Kontakt im Konflikt

„Aber ich habe doch die 4 GFK-Schritte angewendet. Warum funktioniert es nicht?“

Diesen Satz höre ich immer wieder – gerade von fortgeschrittenen GFK-Teilnehmenden.

Warum Gewaltfreie Kommunikation manchmal nicht wirkt

Ein Vater erzählte mir neulich: „Ich habe meinem Sohn gesagt: Im Wohnzimmer liegen deine Klamotten auf dem Boden (Wahrnehmung).

Ich bin genervt (Gefühl), weil mir Ordnung wichtig ist (Bedürfnis).

Könntest du sie bitte wegräumen (Bitte)?

Formal passt doch alles – und trotzdem macht er’s nicht!“

Daraufhin habe ich vorgeschlagen, die Situation in einem Rollenspiel genauer anzuschauen.

Die erste Version klang für den Sohn so: „Boah, total gestelzt. Ich bin kein Roboter, der immer macht, was du sagst!“

Der Unterschied zwischen Technik und Haltung der GFK

In der zweiten Version fragte der Vater danach:

Vater: „Wie geht’s dir eigentlich damit?“

Sohn (überrascht): „Hm … ich mag’s halt nicht, wenn mir ständig gesagt wird, was ich tun soll. Ich will einfach selber entscheiden können.“

Vater: „Ah, dir ist wichtig, frei zu sein und selbst zu bestimmen?“

Sohn (nickt): „Ja, genau. Ich räume schon irgendwann auf, aber halt nicht sofort.“

Vater: „Das verstehe ich. Gleichzeitig ist mir Ordnung im Haus wichtig, damit ich mich entspannen kann.

Wollen wir mal zusammen schauen, wie es für uns beide passt?

Im Raum wurde sofort spürbar, wie die Stimmung sich veränderte: Aus Frust wurde ein echtes Gespräch, in dem beide Seiten gehört wurden.

Typische Missverständnisse in der GFK-Praxis

Und genau darin liegt ein häufiges Missverständnis: GFK ist nicht nur ein sprachliches Einbahnstraßen-Modell.

Wenn die innere Haltung – echtes Interesse, Empathie, die Bereitschaft, den anderen wirklich zu sehen – fehlt, klingt GFK schnell künstlich oder sogar manipulativ.

Wenn du also denkst, „ES funktioniert nicht“, dann frage dich:

– Worum geht es dem ANDEREN wirklich?

– Respektiere ich die Wahlfreiheit des anderen, Nein zu sagen?

– Und worum geht es MIR – jenseits der Worte?

Bin ich frustriert oder enttäuscht, sauer oder genervt?

Geht es mir um Ordnung, um Klarheit, verlässliche Absprachen oder Ruhe und Entspannung?

Die 4 Schritte sind wichtig – sie sind wie der Bauplan eines Hauses: Sie geben Struktur und Orientierung.

Damit das Haus wirklich steht, braucht es das Fundament: eine verinnerlichte innere Haltung.

Tiefer eintauchen: Gewaltfreie Kommunikation im Seminar erleben

Doch wie gelangt man dort hin?

Kennen und Können sind zweierlei – gerade wenn es darum geht, die eigenen Bedürfnisse mit denen anderer zusammenzubringen, braucht es Erfahrung: üben, ausprobieren, forschen.

Genau das tun wir in meinem 4 Tage-GFK-Praxis-Seminar ‚Kontakt im Konflikt: Wir gehen über das intellektuelle Verständnis hinaus und stärken die innere Haltung, die GFK lebendig macht – in echten, oft herausfordernden Alltagssituationen.

Ich halte das Seminar gemeinsam mit meiner Kollegin Daniela Fuchs, GFK Trainerin und Psychologin (Center for Nonviolent Communication).

Gönne dir eine Auszeit vom Alltag und erlebe Gewaltfreie Kommunikation in einer entspannten und naturverbundenen Atmosphäre im Seminarhaus Wolfsfeld in Wolfsfeld (bei Kastl in der Oberpfalz).

Wenn du Lust hast, lade ich dich herzlich zum kostenlosen Online-Infoabend am 4. September 25 von 19.00 – maximal 20.30 Uhr ein. (Du kannst dich auch schon früher ausklinken). Dort lernst du meine Kollegin Daniela Fuchs kennen, erfährst, wie das Seminar aufgebaut ist und kannst deine Fragen stellen.

Seminar verpasst?

Falls du das Seminar verpasst hast – keine Sorge: hier findest du alle aktuellen Termine: https://casa-kommunikation.com/termine/

Sollte dort kein passender Termin dabei sein, dann trage dich einfach auf unserer Startseite mit deiner E-Mail-Adresse in den Newsletter ein: https://casa-kommunikation.com/

Und schon erhältst du Terrminankündigungen und regelmäßig Impulse rund um die Gewaltfreie Kommunikation und Beziehungen.